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Reithauskonzerte Dillenburg
Am Samstag, dem 30. Mai 2026, um 19 Uhr, öffnet das historische Reithaus an der Wilhelmstraße wieder seine Türen und verwandelt sich in einen stimmungsvollen Konzertsaal.
Die Philharmonie Südwestfalen gastiert mit dem Sinfoniekonzert „Wendepunkte“ unter der Leitung von Hermann Bäumer in Dillenburg und setzt damit einen musikalischen Höhepunkt im Frühsommer. Als Solistin des Abends ist die vielfach ausgezeichnete Geigerin Anna Im zu erleben. Der Einlass beginnt um 18 Uhr, das Konzert um 19 Uhr.
Das Programm führt durch drei Werke, die auf unterschiedliche Weise von inneren und äußeren Wendepunkten erzählen. Den Auftakt bildet This Moment der 1980 geborenen Komponistin Anna Clyne, deren Werke weltweit von führenden Orchestern aufgeführt werden. Die Meditation entstand 2022, inspiriert von den Worten eines vietnamesischen Mönchs und Friedensaktivisten, der kurz vor seinem Tod sagte: „Dieser Moment ist voll von Wundern.“ Clynes Musik fängt diese Haltung ein – still, reflektiert und zugleich voller Kraft.
Es folgt das Violinkonzert d‑Moll von Aram Chatschaturjan, einem der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Bekannt für den berühmten „Säbeltanz“, verband er kaukasische Tradition mit russischer Klassik zu einem unverwechselbaren Stil. Die Arbeit an seinem Violinkonzert ging ihm besonders leicht von der Hand, denn während der Komposition erwartete er die Geburt seines Sohnes – ein persönlicher Wendepunkt, der sich in der Lebensfreude des Werkes widerspiegelt. Anna Im bringt dieses virtuose, farbenreiche Konzert mit ihrer charakteristischen Klarheit und Ausdruckskraft zum Leuchten.
Den Abschluss bildet Beethovens Sinfonie Nr. 3 Es‑Dur op. 55, die „Eroica“. Ursprünglich Napoleon gewidmet, nahm Beethoven die Widmung zurück, als dieser sich zum Kaiser krönte. „Nun wird auch er alle Menschenrechte mit Füßen treten … und ein Tyrann werden“, soll Beethoven enttäuscht gesagt haben. Die Sinfonie selbst blieb jedoch ein Meilenstein der Musikgeschichte – heroisch, revolutionär und voller Energie. Sie wurde schließlich im Hause seines Gönners Fürst Lobkowitz uraufgeführt und markiert einen Wendepunkt in Beethovens Schaffen wie in der gesamten Musikgeschichte.
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