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Nachttanzdemo Gießen
Die Nachttanzdemo Gießen kehrt am Samstag, den 4. Juli 2026, zurück und verwandelt die Stadt erneut in einen pulsierenden, politischen und zugleich zutiefst solidarischen Bewegungsraum.
Ab 16 Uhr beginnt auf dem Messeplatz die Versammlung, die sich am Abend in einen großen Aufzug durch die Innenstadt verwandelt. Gegen 20 Uhr setzt sich der Zug in Bewegung – mit geschmückten Wagen, lauter Musik, klaren Botschaften und mehreren tausend Teilnehmenden, die gemeinsam zeigen, was diese Demo ausmacht: Vielfalt, Respekt, Solidarität und das Recht, sich tanzend den öffentlichen Raum zu nehmen.
Die Nachttanzdemo ist mehr als ein Aufzug. Sie ist eine Manifestation dessen, was die Organisierenden seit Jahren formulieren: Wir sind viele, wir sind vielfältig, und wir leben Unterschiede nicht nur aus, sondern als Stärke. Wir sind friedlich – und gerade darin liegt die Kraft, Gewalt zu erkennen und zurückzuweisen, egal von wem sie ausgeht. Wir wollen uns auf den Straßen dieser Stadt begegnen, unabhängig von Herkunft, Geld, Liebe, Aussehen oder Fähigkeiten. Das einzige, was wir voneinander verlangen, ist, dieses Recht nicht nur zu nehmen, sondern auch zu geben.
Die Demo versteht sich als Ausdruck gegenseitiger Verantwortung. Sie funktioniert, weil die Menschen, die teilnehmen, einander achten, Grenzen respektieren und ein Bewusstsein dafür haben, dass nur ein echtes „Ja“ auch Ja bedeutet. Genau deshalb kann die Nachttanzdemo sexy sein, frei sein, laut sein – weil sie getragen wird von Menschen, die einander Rückhalt geben. Wer diese Prinzipien teilt, ist willkommen. Wer sie ablehnt, wird gebeten, fernzubleiben.
In diesem Jahr stehen erneut politische Forderungen im Mittelpunkt. Seit mehreren Jahren setzt sich die freie Kulturszene in offenen Gesprächen mit der Stadt dafür ein, öffentliche Plätze und Parks für nicht‑kommerzielle Kulturveranstaltungen zu öffnen. Die Gespräche machen Fortschritte, und im August soll ein Pilotprojekt erste Ergebnisse zeigen. Die Demo ruft dazu auf, diesen Prozess zu unterstützen. Neu hinzugekommen ist die Forderung des AStA der JLU nach Überlassung der Zweigbibliothek Phil II für studentische und kulturelle Zwecke – eine Forderung, die die Demo ausdrücklich mitträgt. Darüber hinaus bittet sie um Aufmerksamkeit für Initiativen wie MediNetz Gießen und CleanUpWalk Gießen, die soziale und gesellschaftliche Anliegen in der Stadt stärken.
Die Auflagen sind klar: keine Glasflaschen, Hunde bitte daheim oder abseits der Wägen, und das Awareness‑Konzept soll unbedingt gelesen werden. Die Reihenfolge der Floats reicht von „under the Ground“ über „Divalicious / WOP“, „Bassface“, „Hessenbounce & More“ und „KleinRaum e.V.“ bis hin zu HMRA und Kommune22 – ein breites Spektrum der Gießener Club‑, Kultur‑ und Kollektivszene.
Die Route führt ab 20 Uhr über die Ostanlage und den Kennedyplatz, ab 21 Uhr über die Nordanlage und die Neustadt, ab 22 Uhr über die Westanlage und das Selterstor, ab 23 Uhr über die Südanlage und schließlich zurück zum Messeplatz, wo der Aufzug gegen 23:45 Uhr endet. Danach geht es weiter: Partys an verschiedenen Orten und eine große Afterparty ab 24 Uhr im MuK e.V. auf drei Floors.
Zwischen 16 Uhr und 00:15 Uhr kommt es rund um den Messeplatz sowie ab 20 Uhr in der Innenstadt zu Straßensperrungen und Verkehrsbeeinträchtigungen. Auch der ÖPNV kann verspätet sein. Erwartet werden 4.000 bis 5.000 Teilnehmende – ein starkes Zeichen für eine Stadt, die sich bewegt, die tanzt und die zeigt, dass Freiheit, Solidarität und kulturelle Vielfalt nicht nur Worte sind, sondern gelebte Praxis.
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