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Pfingstregatta Gießen
Vom 23. bis 25. Mai 2026 findet auf der gestauten Lahn in Gießen die 114. Gießener Pfingst‑Regatta statt.
Am Uferweg 8 richtet der Regatta‑Verein Gießen e.V. erneut eines der traditionsreichsten und bedeutendsten Ruderevents der Region aus. Seit vielen Jahrzehnten prägt der Verein den Rudersport in Mittelhessen, und die Pfingst‑Regatta gehört zu den sportlichen Höhepunkten des Jahres. Vereine, Athletinnen, Athleten und Zuschauer aus dem gesamten südwestdeutschen Raum reisen an, um drei Tage lang spannende Rennen, knappe Zieleinläufe und die besondere Atmosphäre an der Lahn zu erleben.
Die Regatta bietet ein breites Spektrum an Streckenlängen über 350, 500 und 1.000 Meter. Vor jedem Rennen wird eine feste Startanlage aufgebaut, an der Helferinnen und Helfer die Boote bis zum Start festhalten. Da die Ziellinie fix ist, muss der Startpunkt je nach Distanz angepasst werden, was in kurzen Umbaupausen von etwa zehn Minuten erfolgt. Diese präzise Organisation sorgt dafür, dass die Rennen dicht getaktet und sportlich anspruchsvoll bleiben.
In diesem Jahr haben Vereine von Konstanz bis Kiel gemeldet. Die Rudergesellschaft Heidelberg stellt die meisten Meldungen, gefolgt vom Gießener Ruderclub Hassia 1906, der Gießener Rudergesellschaft 1877, der RG Bad Kreuznach und dem RV Nürtingen. Insgesamt gehen über 550 Sportlerinnen und Sportler in 340 Rennen an den Start. Die Stimmung im Zielbereich, die Fanfaren bei den Siegerehrungen und die Übergabe der Pokale durch prominente Gäste machen die Regatta zu einem Ereignis, das weit über den sportlichen Wettbewerb hinausreicht.
Ein besonderes Highlight sind die historischen Siegerpokale, die am Pfingstsonntag und Pfingstmontag am Siegersteg ausgestellt werden. Viele Gravuren reichen über 70 Jahre zurück und erzählen die Geschichte des Rudersports in Gießen.
In diesem Jahr wird der Hessen‑Preis am Pfingstmontag um 16:10 Uhr von Ann Kathrin Linsenhoff, Olympiasiegerin im Dressurreiten und Sportbeauftragte des Landes Hessen, überreicht. Neben ihr haben sich zahlreiche regionale Vertreterinnen und Vertreter angekündigt, darunter Landrätin Anita Schneider, Oberbürgermeister Frank‑Tilo Becher, Bürgermeister Alexander Wright, Mitglieder des Stadtparlaments, Bundestagsabgeordneter Frederik Bouffier und Sportkreisvorsitzender Prof. Heinz Zielinski. Die Zuschauerinnen und Zuschauer dürfen sich also nicht nur auf sportliche Leistungen, sondern auch auf Interviews und Begegnungen mit prominenten Gästen freuen.
Sportlich bietet die Regatta zahlreiche Höhepunkte. Im Männereiner um den Lahnpokal am Sonntag um 16:13 Uhr gelten Gerrit Schäfer vom GTRV Neuwied und Michael Wieler von der Gießener Rudergesellschaft 1877 als Favoriten. Beide treten auch am Pfingstmontag im Poppe‑Preis über 350 Meter an. Im Fraueneiner um den Liebig‑Preis am Sonntag um 16:52 Uhr wird die amtierende Deutsche Meisterin auf dem Ruderergometer, Katja Beerscht vom Gießener Ruderclub Hassia 1906, als stärkste Anwärterin gehandelt.
Auch die Doppelvierer versprechen packende Rennen. Beim Hassia‑Preis der Männer am Sonntag um 17:05 Uhr treten fünf Boote an, darunter mehrere Deutsche Sprintmeister. Im Martiny‑Preis der Frauen um 17:30 Uhr will der Mannheimer Ruderverein Amicitia den Vorjahressieg wiederholen, während die beiden Gießener Boote mit Lara Buseck und Wiebke Hanack ebenfalls Chancen auf das Finale haben. Der Großherzogspreis am Sonntag um 17:49 Uhr bringt vier Boote an den Start, von denen sich drei über Vorläufe qualifizieren. Der Sparkasse Gießen‑Achter gilt hier als Favorit und wird auch in der Ruder‑Bundesliga 2026 wieder für Gießen antreten.
Besonders spektakulär sind die Sprint‑Cup‑Rennen der Sparkasse Gießen, die am Sonntag um 14 Uhr und am Montag um 13:15 Uhr stattfinden. Am Sonntag treten die Frauen aus dem Doppelvierer der Gießener RG und des Ruderclub Hassia gemeinsam als Gießener Achter gegen die Heidelberger RG an. Im Männerbereich gelten der Sparkasse Gießen‑Achter und die Ruhrpiraten Essen als Favoriten, die sich ein erstes Kräftemessen der neuen Saison liefern.
Technisch bringt die Regatta 2026 wichtige Neuerungen. Erstmals wird die gesamte Veranstaltung – inklusive aller Um‑ und Abmeldungen – live im Internet verfügbar sein. Zudem wurde die Zeitmessung modernisiert: Das Startsignal wird nun über Satellit direkt in die Regattasoftware eingespeist, nachdem frühere Lösungen über Funk oder Richtantennen sich als unzuverlässig erwiesen hatten. Hartmut Sorg, Vorsitzender des Regatta‑Vereins, beschreibt die Entwicklung mit einem Schmunzeln: Manchmal führe ein Umweg – in diesem Fall über einen Satelliten – zuverlässiger ans Ziel.
Einige bekannte Namen fehlen in diesem Jahr. Olympiastarter Marc Weber ist aufgrund von Maßnahmen des Deutschen Ruderverbands nicht am Start. Er bereitet sich am Stützpunkt Ratzeburg auf die Qualifikation für den Doppelvierer vor, mit dem er 2028 in Los Angeles um Medaillen kämpfen möchte. Der Verband hat diese Bootsklasse zum Prioritätsboot erklärt, und Weber sieht darin die besten Chancen, international erfolgreich zu sein.
Für die Sicherheit sorgt wie gewohnt die DLRG Gießen, die sowohl auf dem Wasser als auch an Land präsent ist.
Die 114. Gießener Pfingst‑Regatta bleibt damit ein sportliches und gesellschaftliches Ereignis, das weit über die Region hinausstrahlt – ein Volksfest auf der Lahn, das auch für Nicht‑Ruderfans immer einen Besuch wert ist. Alle Informationen, Ergebnisse und das Programmheft sind live abrufbar unter www.pfingstregatta.de.
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