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Erste Lizenzen für Sportwettenanbieter in Deutschland


Erste Lizenzen für Sportwettenanbieter in Deutschland

Am deutschen Sportwettenmarkt hat sich einiges geändert. Der Grund: Das Land Hessen hat erstmals staatliche Lizenzen für das gesamte Bundesgebiet an diverse Online Buchmacher vergeben.

Das ändert die Buchmacher-Landschaft in Deutschland massiv, denn bisher waren Sportwetten in Deutschland rechtlich nur geduldet, nicht aber lizenziert. Seit vielen Jahren stritten Anbieter und Behörden um eine Zulassung, jetzt ist es endlich soweit und Wettfans in Deutschland befinden sich nicht mehr in einer rechtlichen Grauzone.

Durch die jetzt erfolgten Änderungen sind einige Sportwettenanbieter offline, denn das gesamte Angebot muss den Anforderungen entsprechend umgestaltet werden, um den neuen Lizenzbedingungen gerecht werden zu können.

Überraschende Wendung

Insgesamt 15 private Anbieter haben am 12. Oktober eine Lizenz zum Anbieten der Sportwetten in Deutschland erhalten. Das Bundesland Hessen ist von den anderen Bundesländern mit der Lizenzvergabe beauftragt worden, sodass diese Lizenzen für das gesamte Bundesgebiet sowohl im Online-Bereich als auch in stationären Wettbüros gilt.

Die Geschichte zieht sich schon seit dem Jahr 2012 hin. Gerichte stoppten immer wieder die Verfahren, 2016 schaltete sich sogar der europäische Gerichtshof ein. Das aktuelle Verfahren stand bis zuletzt noch auf der Kippe, denn ein österreichischer Anbieter war dagegen vorgegangen und erwirkte im April vor dem Verwaltungsgericht in Darmstadt die zeitweilige Einstellung des Verfahrens.

Der schwelende Rechtsstreit konnte nun auf etwas ungewöhnliche Art und Weise gelöst werden. Die beiden Marktführer im Sportwettenmarkt, Tipico und Bwin, machten dem österreichischen Anbieter ein Angebot. Darin heißt es, dass dieser einen pauschalen Ausgleich für die entstehenden Nachteile erhalten solle. Der Anbieter zog seinen Antrag zurück und die Lizenzvergaben konnte sofort losgehen. Folgerichtig erhielten unter anderem Bwin sowie alle anderen Mitglieder der GVC-Holding eine Lizenz. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis andere Anbieter wie VulkanBet Wetten, folgen werden.

Was ändert sich im Bereich der Sportwetten?

Die Lizenz für Sportwetten in Deutschland unterscheidet sich in einigen Punkten sehr von den Lizenzen aus Malta oder Gibraltar. Die Länder sind darauf bedacht, die Regelungen strikter zu halten, was das Angebot an Sportwetten zukünftig massiv beeinflussen wird. Wir haben einen Überblick über die neuen Regelungen erstellt.

Einsatzlimit

Zukünftig gilt für Wettfreunde ein Einsatzlimit von 1.000€ pro Monat. Das bedeutet, es geht hier nicht um ein Verlustlimit, sondern um ein Einsatzlimit: Wer also 1.000€ umgesetzt hat, darf nicht weiter wetten. Das ist unabhängig davon, ob der Spieler Gewinne eingefahren hat, oder nicht.

Erhöhung des Limits

Wettanbieter dürfen das oben erwähnte Einsatzlimit erhöhen. Allerdings ist dies nicht so einfach, denn mehrere Bedingungen müssen erfüllt sein:

  • Bei Erhöhung des Limits auf bis zu 10.000€ pro Monat gibt es ein Verlustlimit von 20%
  • Der Spieler muss nachweisen, dass er sich das Limit leisten kann
  • Der Nachweis muss jährlich erfolgen
  • Der Wettanbieter muss das Wettverhalten analysieren und aufzeichnen

Änderung der Wettarten

Der Staat will nicht einfach alle Wettarten legalisieren, sondern schränkt das Angebot ein. Verboten sind mit der neuen Lizenz folgende Wetten:

  • Wetten auf Amateursport sowie Wetten auf Ereignisse, an denen Minderjährige teilnehmen
  • Wetten auf Ereignisse, die leicht manipulierbar sind und vom Verhalten des einzelnen Sportlers abhängen (Karten, Freistöße, Platzverweise, Einwürfe, Ecken).
  • Wetten auf Ereignisse, die mit der Regelkunde in Verbindung stehen (Anzahl der Freistöße usw.)

Erlaubt hingegen sind Wetten darauf, wer ein Tor erzielt oder die schnellste Runde fährt. Massive Einschränkungen wird es bei den Live Wetten geben: Es sind nur noch Wetten zulässig, die einen direkten Einfluss auf das Endergebnis haben. Bei den Wetten auf das nächste Tor gilt, dass hier nur Sportarten eingeschlossen sind, bei denen niedrige Endergebnisse zu erwarten wären. Der Gesetzgeber drückt sich hier sehr deutlich aus:

  • Fußball
  • Eishockey
  • Volleyball

Ausdrücklich ausgeschlossen sind Sportarten wie Basketball und Handball.

Auswirkungen auf den Online Casino Bereich

Einige Online Casinos, die ihre Dienste in Deutschland anbieten und dies auch in Zukunft, nach der Übergangsphase, möchten, haben bereits entsprechende Schritte eingeleitet. Ab 2021 nämlich startet das Lizenzierungsverfahren für Online Casinos. Viele Anbieter bereiten sich bereits auf diesen Umstand vor und überarbeiten das Angebot so, dass es für den deutschen Markt geeignet ist. Das bedeutet konkret, dass unter Umständen einige Spiele und Kategorien wegfallen müssen.

Manch ein Casino streicht hierfür den gesamten Live Casino Bereich sowie Tischspiele wie Roulette, Blackjack, Poker und Baccarat aus dem Programm. Gut möglich, dass es in Zukunft in Deutschland nur noch möglich ist, Spielautomaten zu nutzen. Wie sich die Situation insgesamt entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Zumal nicht jeder Casino Anbieter eine deutsche Lizenz erwerben wird und somit in der rechtlichen Grauzone verbleibt – was das Anbieten von Live Casino Tischen und Tischspielen auch weiterhin möglich machen wird.

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