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Historischer Markt Lich
Am Samstag, dem 9., und Sonntag, dem 10. Mai 2026, feiert Lich den 40. Historischen Markt mit Altstadtfest und verwandelt die Fachwerkstadt in ein lebendiges Schauplatzwochenende voller Tradition, Musik und Begegnungen.
Schon am Samstagmorgen beginnt das Treiben, wenn der Kinder- und Jugendflohmarkt auf dem Marktplatz die ersten Besucher anzieht. Um 11 Uhr wird der Historische Markt offiziell am Rathaus eröffnet, bevor sich die Altstadt den ganzen Tag über mit Marktständen, Handwerk, Kulinarik und historischen Darbietungen füllt.
Am Nachmittag beleben Tanzgruppen des TV 1860 Lich und der Tanzschule Theuerl die Bühne am Hessentagsbrunnen, ehe die Stadtsoldaten des KK‑Schützenvereins mit ihrem Aufmarsch den Übergang zum historischen Schauspiel markieren. „Digmuds Stock und Almuds Beitrag zur Stadtwerdung Lichs“ führt eindrucksvoll in die Vergangenheit der Stadt, bevor das Altstadtfest feierlich eröffnet und im Schlosspark ein Ehrenkanonier ernannt wird.
Im Mittelpunkt des Historischen Spiels 2026 steht die Aufführung „Digmuds Stock und Almuds Beitrag zur Stadtwerdung Lichs“, ein lebendiges Schauspiel über jene Zeit, in der das heutige Lich noch ein unbedeutendes Dorf am Rand der nördlichen Wettereiba war. Der festliche Einzug der iroschottischen Schwestern Almudis und Digmudis um das Jahr 1015 muss für die damaligen Bewohnerinnen und Bewohner ein Ereignis von besonderer Tragweite gewesen sein. Um die beiden Frauen königlichen Geblüts rankten sich schon zu ihren Lebzeiten Legenden – und ihre Ankunft weckte Neugier, Staunen und Misstrauen gleichermaßen.
Almudis, gespielt von Nicole Martin, ist Äbtissin des von ihr gegründeten Kanonissenstifts in Wetter bei Marburg. Gemeinsam mit ihrer jüngeren, körperlich schwächeren Schwester Digmudis, dargestellt von Stella Kämpfert, war sie zuvor im Vogelsberg aufgetaucht, hatte dort eine Marienkapelle gestiftet und später das Wetteraner Stift gegründet. Dass diese beiden Frauen nun in Lich erscheinen, sorgt in einer Region, in der Klöster, Adlige und Geistliche um Macht, Besitz und Einfluss ringen, für erhebliche Unruhe.
Im Stück treten die großen Akteure dieser Zeit auf: das mächtige Kloster Lorsch mit Prior Arnold (Tommy Münch), das Kloster Fulda mit Prior Richard (Elmar Sandhofen) sowie Vertreter aus Mainz, Honau und Arnsburg. Surlech von Honau (Wolfgang Reitschmidt) erinnert an die iroschottischen Wurzeln der Region, während Kuno von Arnsburg (Horst Kächler), Reichsministerialer und Lehrmeister Kaiser Heinrichs IV., versucht, den geistlichen Machtkampf für seine eigenen Interessen zu nutzen – ganz nach seinem frei interpretierten Motto „Teile das Bett und herrsche allein“, wie es sein Schreiber (Ernst‑Otto Finger) süffisant protokolliert.
Arnold von Lorsch misstraut den beiden Schwestern zutiefst. Er beauftragt seinen Spitzel Grebe (Christian Dörmer, zugleich Regisseur), ihre Herkunft, ihre Absichten und ihre möglichen Unterstützer aufzudecken. Besonders interessiert ihn, ob Almudis tatsächlich den Hof des Färbers Karl (Wolfgang Pappe) südlich des heutigen Marktplatzes erwerben will, um dort einen Seelhof – eine Außenstelle ihres Stifts – zu errichten.
Grebes Nachforschungen führen ihn ins Wirtshaus, wo ein Fellhändler (Manfred Hanusch) eine dramatische Geschichte aus Buchonia erzählt. Sie erklärt, weshalb Almudis und vor allem Digmudis über Kräfte verfügen sollen, die die Bewohner Buchonias so beeindruckten, dass sie ihren Ort ihnen zu Ehren in „Schotten“ umbenannten. Stück für Stück setzt sich das Bild der wahren Herkunft der Schwestern zusammen – ein Wissen, das längst auch der Diener Kunos (Paul Dörmer) besitzt und auf dem Markt für einen Apfel und ein Ei weiterträgt.
Doch nicht nur er: Die Marktfrauen und der Vogt, gespielt von Christiane Agel, Gisela Maier, Bianka Heyer und Bürgermeister Dr. Julien Neubert, wissen längst, was Arnold von Lorsch droht und welche Bedeutung die Schwestern für die Entwicklung Lichs haben könnten. Und schließlich ist da noch der Barde Henrich Dörmer, Autor des Stücks, der die Wahrheit ohnehin schon besungen hat – lange bevor die Mächtigen sie begreifen.
Am Abend übernimmt Live‑Musik das Programm: Robert Varady sorgt ab 19.15 Uhr auf dem Marktplatz für Stimmung, während die „Boptown Cats“ später am Schloss für ein energiegeladenes Konzert sorgen.
Der Sonntag beginnt ab 10 Uhr mit buntem Markttreiben in der gesamten Altstadt. Die Geschäfte öffnen von 12 bis 17 Uhr ihre Türen und laden zum verkaufsoffenen Sonntag ein. Auf dem Marktplatz spielt der Musikzug Muschenheim am frühen Nachmittag, während am Stand der VGL das Trio Krainerlogie mit Oberkrainer‑Melodien für gute Laune sorgt.
Am Hessentagsbrunnen eröffnet die Licher Privatbrauerei den Tag mit einem musikalischen Frühschoppen und Fassbieranstich, bevor Schlagerstar Thilo Weiß am Nachmittag sein „Schlagerfeuerwerk“ präsentiert.
Über das gesamte Wochenende hinweg bietet der Historische Markt zahlreiche besondere Programmpunkte. Auf dem Kirchenplatz lädt das „Lebendige Mittelalter“ dazu ein, Geschichte hautnah zu erleben. Das „Internationale Dorf“ präsentiert Spezialitäten und Informationen aus den Licher Partnerstädten Dieulefit, Budakeszi, Tata und Tangermünde, während im Heimatmuseum eine Bilderausstellung aus Tangermünde zu sehen ist.
Die Polizeistation Grünberg bietet am Samstag eine Fahrradcodier‑Aktion an, und Clown Frieda sorgt am Sonntag im Marktgebiet für fröhliche Begegnungen. Der Kulturverein öffnet am Sonntag den Stadtturm zu einer Führung, das Historische Postamt zeigt eine Münzausstellung, und auf dem Parkplatz der alten Post präsentieren die IFA‑Freunde Oberhessen DDR‑Fahrzeuge und Oldtimer. Der Vergnügungspark an der Ringstraße rundet das Fest mit Fahrgeschäften und buntem Kirmesflair ab.
Damit das Altstadtfest sicher und ungestört stattfinden kann, gelten umfangreiche Verkehrsregelungen. Zahlreiche Straßen in der Kernstadt – darunter Schlossgasse, Heinrich‑Neeb‑Straße, Unterstadt, Oberstadt, Liebfrauenberg, Hüttengasse, Kirchgasse, Kirchenplatz, Ohlengasse, Mittelgasse, Hintergasse, Schäfergasse, Scheuergasse, Löwengasse, Seelenhofgasse, Hopfengarten und Braugasse – werden von Freitag, dem 8. Mai 2026, 15 Uhr, bis Sonntag, dem 10. Mai, 22 Uhr, vollständig für den Verkehr gesperrt. In diesem Zeitraum besteht ein absolutes Parkverbot.
Der Parkplatz in der Ringstraße, inklusive Wohnmobilstellplatz, ist bereits ab dem 27. April 2026 geschlossen, da dort Fahrgeschäfte aufgebaut werden. Bürgerinnen und Bürger, die ihr Fahrzeug benötigen, werden gebeten, es rechtzeitig außerhalb des gesperrten Bereichs abzustellen. Die Seitenstraßen zur Oberstadt, Unterstadt, Heinrich‑Neeb‑Straße und Braugasse müssen zudem für Rettungsfahrzeuge freigehalten werden; falsch geparkte Fahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt.
Die Umleitung in Richtung Laubach und Hungen erfolgt über die Gießener Straße und die B 457, während der innerstädtische Verkehr über Bahnhofstraße, Ringstraße, Am Schwanensee, Oberstadt und Kirchhofsgasse geführt wird. Auch der Busverkehr ist betroffen: Die Haltestellen bei der Sparkasse, im Hopfengarten und in der Heinrich‑Neeb‑Straße entfallen ab Freitag, 15 Uhr.
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