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1250 Jahre Oberrosphe
Im Jahr 2026 feiert Oberrosphe Jubiläum ein Ereignis, das in seiner Bedeutung weit über die Region hinausreicht: Das älteste Dorf im Burgwald blickt auf 1250 Jahre Geschichte zurück.
Ein solches Jubiläum ist nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern auch ein Moment des Innehaltens, des Erinnerns und des gemeinsamen Blicks nach vorn. Schon früh war den Oberrospherinnen und Oberrosphern klar, dass dieses besondere Jahr groß, würdig und mit viel Herz gestaltet werden muss. Nach einer Auftaktsitzung des Ortsbeirats Anfang 2024 formierte sich eine engagierte Gruppe, die Ideen sammelte, Visionen entwickelte und schließlich den Verein „Ewwerstroße – Äich hun dich gänn“ gründete. Dieser Verein übernahm die Federführung für die Jubiläumsfeierlichkeiten und arbeitete eng mit allen Vereinen des Ortes zusammen, um ein Programm zu schaffen, das Tradition, Humor, Geschichte und Dorfgemeinschaft miteinander verbindet.
Den Auftakt des Jubiläumsjahres bildet im Mai ein großes Freilichttheater am Dorfmuseum. Unter dem Titel „Wos woar, wos wird“ bringen die Oberrospher Laiendarstellerinnen und Laiendarsteller ein humorvolles Stück auf die Bühne, das die vergangenen fünf Jahrzehnte des Dorfes mit liebevollem Augenzwinkern beleuchtet. An vier Abenden – vom 14. bis 17. Mai jeweils um 18 Uhr – wird das Publikum auf eine Reise durch den Wandel des Dorflebens mitgenommen. Dinge, die früher selbstverständlich waren, verschwanden im Laufe der Zeit: die Telefonzelle, die Sparkasse, der Dorfladen. Gleichzeitig entstanden neue Wege und Kooperationen, etwa der gemeinsame Gottesdienstbesuch in Mellnau oder die Fußballspielgemeinschaft mit Unterrosphe. Das Stück zeigt, wie sich das Dorf verändert hat, wie die Menschen diese Veränderungen erlebt haben und wie sie es geschafft haben, ihren Gemeinschaftssinn zu bewahren. Regie und Text stammen von Brunhilde Heß, die bereits zum fünften Mal ein Stück für Oberrosphe inszeniert und damit erneut ihre tiefe Verbundenheit mit dem Ort zeigt.
Nur wenige Wochen später, Anfang Juni, folgt die große Zeltkirmes auf dem Mehrgenerationenplatz. Was früher kaum noch von einzelnen Vereinen zu stemmen war, wird im Jubiläumsjahr zu einem gemeinsamen Kraftakt. Vom 4. bis 7. Juni entsteht ein Fest, das die Vielfalt Oberrosphes widerspiegelt und zeigt, wie stark der Zusammenhalt im Dorf ist. Musik, Begegnungen, gemeinsames Feiern und ein buntes Programm machen die Kirmes zu einem lebendigen Treffpunkt für alle Generationen. Die Kirmes wird zu einem Symbol dafür, was möglich ist, wenn ein ganzes Dorf an einem Strang zieht.
Der Höhepunkt des Jubiläumsjahres erwartet die Besucherinnen und Besucher im August. Am 22. August verwandelt sich der historische Ortskern in ein großes Höfefest, das Oberrosphe in seiner schönsten Form zeigt. Rund ein Dutzend liebevoll restaurierte Höfe öffnen ihre Tore und werden zu kleinen Erlebniswelten. Vereine, Unternehmen und Privatpersonen bieten dort Kulinarisches, Selbstgemachtes, Kunsthandwerk und besondere Aktionen an. Auf den Straßen laden Stände zum Entdecken ein, und über den Tag verteilt spielen verschiedene Bands auf mehreren Bühnen. Die historischen Höfe, die oft über Generationen hinweg gepflegt und erhalten wurden, bilden die perfekte Kulisse für ein Fest, das Geschichte und Moderne miteinander verbindet. Der Abend klingt vor dem Bürgerhaus aus, wo bis spät in die Nacht gefeiert wird. Das Höfefest wird zum emotionalen Mittelpunkt des Jubiläumsjahres – ein Tag, an dem Oberrosphe zeigt, wie viel Charme, Tradition und Lebensfreude in diesem kleinen Ort steckt.
Zum Abschluss des Jubiläumsjahres steht im September ein gemeinsamer Grenzgang an. Die Oberrospher Gemarkung ist groß und reicht von den Franzosenwiesen im Norden bis zum Cölber Eck im Süden. An zwei Tagen, dem 18. und 19. September, soll diese Grenze erstmals gemeinsam abgelaufen werden. Der Grenzgang schafft ein Bewusstsein für die Größe und Vielfalt der Landschaft, die Oberrosphe umgibt, und bietet gleichzeitig viele Gelegenheiten für Gespräche, Begegnungen und gemeinsames Erleben. Unterwegs gibt es Verpflegung, kleine Pausen und immer wieder Momente, in denen die Wandernden die Geschichte und Natur des Ortes neu entdecken können. Der Grenzgang wird zu einem verbindenden Abschluss eines Jahres, das von Gemeinschaft, Tradition und einem tiefen Gefühl der Zugehörigkeit geprägt ist.
2026 wird zu einem Jahr, in dem Oberrosphe seine Geschichte nicht nur feiert, sondern lebendig werden lässt. Theater, Feste, Begegnungen, Wanderungen – all das zeigt, wie stark der Zusammenhalt in diesem Dorf ist und wie lebendig 1250 Jahre Geschichte sein können. Oberrosphe präsentiert sich als Ort, der stolz auf seine Vergangenheit blickt, seine Gegenwart aktiv gestaltet und seine Zukunft mit Zuversicht und Gemeinschaftssinn angeht.
Bild: Foto von Hydro bei Wikipedia, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.
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